Honorarberater

Wann lohnt sich ein Honorarberater?

Für viele Kunden ist der Kauf von Finanzprodukten teurer, als sie glauben. Wer sich vom Berater einer Bank, Sparkasse oder Versicherung beraten lässt, finanziert meistens die Provision, der der Berater für den Verkauf des betreffenden Produktes erhält.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Provisionsberater dem Verbraucher nicht das für ihn individuell optimal geeignete Produkt anbieten, sondern eines, für welches sie oder das Unternehmen, bei dem sie beschäftigt sind, hohe Provisionen erhalten. Honorarberatung ist eine Alternative zur Provisionsberatung. Der folgende Beitrag beantwortet die Frage: wann und für wen lohnt sich ein Honorarberater?

Wie funktioniert eine Honorarberatung?

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Ein Honorarberater wird vom Kunden dafür bezahlt, damit er ihm seine Zeit und sein umfangreiches Fachwissen zur Verfügung stellt. Er stellt seinem Kunden, ähnlich wie ein Steuerberater oder ein Rechtsanwalt eine Rechnung.

Da er vom Kunden direkt für seine Dienstleistung bezahlt wird, berät er Kunden unabhängig und in ihrem Interesse. Honorarberatung bietet dem Verbraucher den großen Vorteil, dass er keinen Interessenskonflikt ausgesetzt ist.

Er erhält pro Stunde ein vorab fest vereinbartes Honorar. Üblicherweise bieten Honorarberater Verbrauchern ein kostenloses Erstgespräch an.

Ab wann lohnt sich eine Honorarberatung?

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Wer die Höhe der Provisionen von Beratern in Versicherungen, Sparkassen und Banken kennt, merkt sehr schnell, dass eine Honorarberatung meistens weniger kostet als eine Provisionsberatung. Wer beispielsweise 50.000 Euro in einen Aktienfonds investieren will, zahlt meistens einen Ausgabeaufschlag in Höhe von 5 Prozent (2500 Euro).  Dazu wird dem Anleger pro Jahr eine Bestandsprovision in Höhe von 1 Prozent (500 Euro) in Rechnung gestellt.

Wie lange dauert eine Honorarberatung?

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Die Faustregel lautet: Je höher die Summe ist, um so umfangreicher fällt die Honorarberatung aus. Eine fundierte Honorarberatung umfasst immer eine umfassende Analyse des persönlichen Bedarfes.

Deshalb muss der Kunde für eine Honorarberatung zwischen 4 und 8 Stunden einkalkulieren. Eine Stunde Honorarberatung kostet zwischen 120 und 180 Euro.

In den meisten Fällen ist eine Honorarberatung für den Verbraucher kostengünstiger als eine Provisionsberatung. Die Kosten pro Beratung können zwischen 500 und 1000 Euro betragen. Wer eine dauerhafte Begleitung durch seinen Honorarberater wünscht, muss weitere Kosten einplanen.

Lohnt sich eine Honorarberatung nur für Reiche?

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Viele Verbraucher glauben, dass eine Honorarberatung nur für Reiche lohnend ist. Stundensätze von durschnittlich 150 Euro schrecken Normalverdiener zunächst erst einmal ab. Sie lassen sich weiter von Provisionsberatern beraten, weil sie nicht für jedes Beratungsgespräch bezahlen müssen, auch wenn sie kein Finanzprodukt kaufen.

Es gibt Berater, die Honorarberatung nicht zu Stundensätzen, sondern zum Pauschalpreis anbieten. Welches Preismodell bevorzugt wird, muss jeder Kunde selbst entscheiden.

Da Honorarberater ihren Kunden keine Ausgabeaufschläge berechnen und sogenannte Bestandsprämien an sie weitergeben, lohnt sich eine solide Honorarberatung nicht nur für Reiche, sondern für die Mehrzahl der Verbraucher bei der Anlage einmaliger Beträge ab 10.000 Euro.

Tipps zum Finden eines qualifizierten Honorarberaters

Die Berufsbezeichnung Honorarberater ist bis dato nicht geschützt. Seitdem Jahr 2014 sind die Berufsbezeichnungen Honorar-Finannzanlagenberater und Honoraranlagenberater in Deutschland geschützt. Wichtige Kriterien bei der Auswahl sind:

– persönlicher Eindruck

– fachliches Know-how

– Praxiserfahrung

– Ausbildung

– Qualifikationen

Anlaufstellen zur Beratersuche sind der VHD (Verband Deutscher Honorarberater) und der Bundesverband der Versicherungsberater.

Wer einen größeren Betrag in einem Finanzprodukt anlegen möchte, sollte sich für eine unabhängige Honorarberatung entscheiden.

Fazit

Honorarberatung hat sich bei deutschen Verbrauchern bisher nicht flächendeckend durchgesetzt. Ab Anlagebeträgen von 10.000 Euro profitieren Anleger nicht nur von einer unabhängigen Beratung, sondern sie können untern Strich teure Ausgabeaufschläge und jährliche Bestandsprämien sparen und ebenfalls anlegen.